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EIN JAHR IM WEINBERG

In den Wintermonaten von Dezember bis Januar besteht die Aufgabe des Wengerters darin, die Rebstöcke, die nach der Lese eine Menge wild verzweigter Äste und Sprossen aufweisen, zurückzuschneiden und zu binden. Je sorgfältiger man schon in diesem Stadium die Reben ausdünnt und den kommenden Ertrag begrenzt, desto höher wird im Herbst die Qualität des Leseguts. Nachdem der Wengerter die Triebe zum Wachsen an Stützdrähte gebunden hat, widmet er sich noch der Düngung der Rebstöcke. Die Düngung erfolgt nach einer genauen Bodenanalyse mit den jeweils fehlenden Mineralien.

Im Frühjahr, wenn die Reben in die aktive Vegetationsphase übergehen, beginnt die arbeitsintensivste Zeit im Weinberg. Ende Mai/Anfang Juni muss alles getan werden um die Reben vor dem Befall von Schädlingen und Krankheiten zu schützen. Im Juli und August greift die Lieblingsregel so mancher Winzer: Bloß nicht in den Weinberg gehen bei schönem Wetter – man wirft dort nur einen Schatten.

Im Sommer wird die zunehmende Laubpracht hochgebunden und bei Bedarf werden sogar Blätter entfernt um der Sonne freien Zugang zu den Trauben zu verschaffen. Je nach Rebsorte, Lage und gewünschter Qualität schneidet der Wengerter auch einen Teil der Trauben ab. Dadurch wird die Kraft des Rebstocks in die verbleibenden Trauben geleitet. Ertragsreduzierung ist bei Premiumweinen üblich, um die entsprechende Qualität des Weins zu erreichen.

Ab Mitte September hoffen alle Winzer auf einen goldenen Herbst mit besonders vielen Sonnentagen für die Schlussreife, damit die Öchslegrade noch nach oben steigen.

Im Weinberg arbeitet man sich bei der Lese von den Frühsorten wie Müller-Thurgau bis hin zu den spätreifenden Auslesesorten wie z.B. Lemberger vor. Eine große Schar Helfer ist nun von Nöten.

Die weißen Trauben werden direkt abgepresst und der frisch gewonnene Most wird in Edelstahltanks kühl vergoren, sodass die natürliche Aromenvielfalt der Trauben erhalten bleibt. Ganz anders bei Rotwein. Die Trauben werden abgebeert und leicht gequetscht. Anschließend wird der rote Farbstoff, der in den Häuten der Beeren sitzt, ausgelaugt. Das Verfahren der Farbgewinnung ist abhängig von der Qualität der Trauben, der gewünschten Trinkreife des Weins und natürlich von der Philosophie des Kellermeisters.

Nach der Gärung, bei der die Hefe den Traubenzucker in Alkohol umwandelt, werden die Jungweine in Edelstahltanks gelagert. Alternativ dazu das Holzfass, dort wird die Reifung des Weins noch aromatisch unterstützt. Spitzenweine werden in einem kleinen Holzfass – dem Barrique – gelagert. Im Frühling dann werden die ersten Weiß- und Roséweine auf die Flasche gezogen. Rotweine werden erst kurz vor dem nächsten Herbst in die Flaschen gefüllt. Weine in Holzfässern oder in Barriques reifen 18 Monate und länger. In den Flaschen ruhen die Weine nochmals einige Monate, bevor sie verkauft werden.

Quelle: DWI